Graphitisierter Petrolkoks ist bestimmten geopolitischen Risiken und Ressourcenmonopolrisiken ausgesetzt. Die Ursachen dieser Risiken lassen sich aus vier Perspektiven analysieren: Ressourcenverteilung, Veränderungen der geopolitischen Landschaft, Kontrolle der industriellen Wertschöpfungskette sowie politische und handelspolitische Hindernisse.
I. Ungleiche Ressourcenverteilung, die zu einer Versorgungsabhängigkeit von bestimmten Regionen führt
Als Nebenprodukt der Rohölverarbeitung steht die Produktionsmenge von Petrolkoks in direktem Zusammenhang mit der Rohölverarbeitungskapazität. Die ungleiche globale Verteilung der Rohölressourcen führt zu einer hohen Abhängigkeit der Petrolkoksversorgung von Rohölförderregionen und Verarbeitungszentren. Zum Beispiel:
- Konzentrierte Petrolkoks-Produktion in China: Von Januar bis November 2024 konzentrierte sich Chinas Petrolkoks-Produktion hauptsächlich auf Ost-, Süd- und Nordostchina, die zusammen über 80 % der Gesamtmenge ausmachten, wobei Ostchina mehr als 55 % beisteuerte. Diese regionale Konzentration führt dazu, dass lokale Angebotsschwankungen den nationalen Markt voraussichtlich beeinflussen werden.
- Hohe Importabhängigkeit: Chinas Eigenproduktion von Petrolkoks kann den Inlandsbedarf nicht vollständig decken; ein Teil der Produktionslücke wird durch Importe geschlossen. Obwohl Chinas Petrolkoksimporte von Januar bis November 2024 im Vergleich zum Vorjahr um 15,22 % zurückgingen, blieb die Importabhängigkeit bei über 25 %. Hochschwefelhaltiger Petrolkoks machte 2023 über 70 % der Importe aus. Zu den Importländern zählen unter anderem die USA, Saudi-Arabien und Kanada. Geopolitische Konflikte oder handelspolitische Änderungen in diesen Ländern können die Versorgungssicherheit unmittelbar gefährden.
II. Veränderungen der geopolitischen Rahmenbedingungen verschärfen die Versorgungsrisiken
Veränderungen in der globalen energiepolitischen Landschaft stellen potenzielle Bedrohungen für die Lieferkette von Petrolkoks dar:
- Verschärfter Ressourcenwettbewerb: Als Energie- und Chemierohstoff kann die Versorgung mit Petrolkoks durch Ressourcenwettbewerb beeinträchtigt werden. Beispielsweise können politische Instabilität im Nahen Osten und angespannte Beziehungen zwischen Russland und westlichen Ländern zu Unterbrechungen der Rohölversorgung oder Preisschwankungen führen und sich somit auf die Petrolkoksproduktion auswirken.
- Blockierte Transportwege: Geopolitische Konflikte können Transportwege für Petrolkoks blockieren, was zu höheren Transportkosten und -zeiten und sogar zu Lieferunterbrechungen führen kann. Beispielsweise könnten steigende Sicherheitsrisiken in der Schifffahrtsroute des Roten Meeres die Effizienz der Petrolkoksexporte aus dem Nahen Osten nach China beeinträchtigen.
III. Monopolrisiken in Schlüsselgliedern der industriellen Wertschöpfungskette
Bestimmte Glieder oder Technologien in der industriellen Wertschöpfungskette von Petrolkoks können von wenigen Unternehmen oder Ländern kontrolliert werden, wodurch eine Monopolsituation entsteht:
- Monopol in der Rohölförderung: Der globale Rohölmarkt wird von wenigen Ölförderländern dominiert. Organisationen wie die OPEC beeinflussen die Ölpreise durch ihre Produktionspolitik und kontrollieren dadurch indirekt die Kosten für Petrolkoks. Beispielsweise können Produktionskürzungen der OPEC zu steigenden Rohölpreisen und damit zu höheren Produktionskosten für Petrolkoks führen.
- Technische Marktzugangsbarrieren in der Weiterverarbeitung: Technologien zur Verarbeitung von Petrolkoks, wie z. B. verzögertes Verkokungsverfahren und Kalzinierung, weisen gewisse Marktzugangsbarrieren auf. Unternehmen, die Kerntechnologien beherrschen, können sich Wettbewerbsvorteile verschaffen. Obwohl China beispielsweise führend in der Graphitisierungstechnologie ist, ist es weiterhin auf Importe von hochwertigem Nadelkoks und anderen wichtigen Rohstoffen angewiesen, was ein Risiko für ein technisches Monopol darstellt.
- Konzentrierter Markt für nachgelagerte Anwendungen: Der Verbrauch von Petrolkoks konzentriert sich hauptsächlich auf vorgebrannte Anoden und Brennstoffe und macht im ersten Halbjahr 2024 77 % aus. Die elektrolytische Aluminiumindustrie, als Hauptabnehmer von vorgebrannten Anoden, könnte aufgrund ihrer Produktionskapazitätsgrenzen (z. B. Chinas rote Linie von 45 Millionen Tonnen) die Nachfrage nach Petrolkoks beeinflussen und ein nachfrageseitiges Monopol bilden.
IV. Politische und handelspolitische Barrieren, die die Marktliquidität einschränken
Politische Maßnahmen und Handelshemmnisse in verschiedenen Ländern können die Marktsegmentierung und Monopolbildung auf dem Markt für Petrolkoks verschärfen:
- Umweltpolitische Beschränkungen: Chinas „Aktionsplan zur Energieeinsparung und CO₂-Reduzierung 2024–2025“ legt fest, dass hochschwefelhaltiger Petrolkoks – mit Ausnahme bestehender Eigenproduktionsanlagen in petrochemischen Betrieben – nicht als Brennstoff verwendet werden darf. Diese Richtlinie beschränkt den Einsatz von hochschwefelhaltigem Petrolkoks im Brennstoffsektor, wodurch sich die Nachfrage teilweise auf niedrigschwefelhaltigen Petrolkoks verlagert und potenziell ein Monopol auf dem Markt für niedrigschwefelhaltigen Petrolkoks entstehen könnte.
- Exportkontrollen und Handelskriege: Wichtige Exportländer können das Angebot an Petrolkoks durch Exportkontrollen einschränken oder im Zuge von Handelskriegen Zölle erhöhen, was die Liquidität des Weltmarktes beeinträchtigt. Beispielsweise könnten US-Zölle auf China die Kosten für importierten Petrolkoks in die Höhe treiben und Chinas internationale Wettbewerbsfähigkeit schwächen.
- Exportbeschränkungen für Rohstoffe: Rohstoffreiche Länder können Exporte beschränken, um ihre heimische Industrie zu schützen, was zu globalen Angebotsengpässen führen kann. Beispielsweise spiegeln die indonesischen Exportbeschränkungen für Nickelerz, die zwar nicht direkt Petrolkoks betreffen, den Trend wider, dass rohstoffexportierende Länder politische Instrumente zur Marktkontrolle einsetzen, wodurch potenziell ähnliche Risiken für andere Rohstoffe wie Petrolkoks entstehen können.
Veröffentlichungsdatum: 24. November 2025