Einführung und Produktklassifizierung von Steinkohlenteerpech

Kohlenteerpech, kurz für Steinkohlenteerpech, entsteht bei der Steinkohlenteerdestillation nach Abtrennung des flüssigen Destillatrückstands und zählt zu den künstlichen Asphalten. Es ist in der Regel eine viskose, halbfeste oder feste, schwarze und glänzende Flüssigkeit mit einem Kohlenstoffgehalt von 92–94 % und einem Wasserstoffgehalt von etwa 4–5 %. Steinkohlenteerpech ist ein Hauptprodukt der Steinkohlenteerverarbeitung und ein unverzichtbarer Rohstoff für die Kohlenstoffproduktion.

 

Ziel der Teerdestillation ist die Anreicherung von Verbindungen mit ähnlichen Siedepunkten im Teer in entsprechende Fraktionen zur Weiterverarbeitung und Abtrennung der Monomerprodukte. Der Rückstand der Destillatgewinnung ist Steinkohlenteerpech, das 50–60 % des Steinkohlenteers ausmacht.

 

Nach den unterschiedlichen Erweichungspunkten wird Kohleasphalt in drei Kategorien unterteilt: Niedertemperaturasphalt (weicher Asphalt), Mitteltemperaturasphalt (normaler Asphalt) und Hochtemperaturasphalt (harter Asphalt). Jede Kategorie hat zwei Güteklassen: Nr. 1 und Nr. 2.

Kohlenbitumen wird hauptsächlich in folgenden Bereichen eingesetzt:

 

* Brennstoff: Feste Bestandteile können mit Schweröl vermischt oder zu einer Aufschlämmung verarbeitet werden und als Ersatz für Schweröl dienen.

 

Farbe: Diese Farbe wird mit Kolophonium oder Terpentin und Füllstoffen versetzt, die beim Kochen mit Speiseöl verwendet werden, um Gebäude oder Rohre wasserdicht zu machen. Sie eignet sich für die Abdichtung und Schutzschicht von Stahlkonstruktionen im Außenbereich sowie von Beton und Mauerwerk und kann bei Raumtemperatur gestrichen werden.

 

* Straßenbau, Baustoffe: Im Vergleich von Erdöl- und Kohleasphalt zeigen sich deutliche Qualitäts- und Haltbarkeitsunterschiede. Kohleasphalt ist schlecht plastisch, temperaturstabil, spröde im Winter, weicht im Sommer auf und altert schnell.

 

* Bindemittel: Als Bindemittel für Elektroden, Anodenpaste und andere Kohlenstoffprodukte dient üblicherweise modifizierter Asphalt. Dieser wird in der Regel aus Mitteltemperatur-Asphalt hergestellt. In China wird üblicherweise das Kesselheizverfahren angewendet, bei dem Gas als Brennstoff zum Erhitzen des Asphalts im Reaktor dient. Abschließend wird durch Trennen und Granulieren fester, modifizierter Asphalt gewonnen.

 

Asphaltkoks: fester Rückstand von Kohlenasphalt nach Hochtemperatur-Retortenverkokung oder verzögerter Verkokung. Asphaltkoks dient häufig als Rohstoff für Spezialkohlenstoffe, die für die Herstellung von Halbleiter- und Solarmodul-Produktionsanlagen unerlässlich sind. Er findet breite Anwendung als Elektrodenmaterial bei der Aluminiumraffination, als karbonisiertes Material für die Stahlerzeugung im Elektroofen und als Rohstoff für Spezialkohlenstoffe in der Halbleiterindustrie.

 

Nadelkoks ist ein durch Vorbehandlung des Rohmaterials, verzögerte Verkokung und Hochtemperaturkalzinierung veredelter Weichasphalt, der hauptsächlich in der Elektrodenherstellung und bei Spezialkohlenstoffen Verwendung findet. Die daraus hergestellten Produkte zeichnen sich durch niedrigen spezifischen Widerstand, geringen Wärmeausdehnungskoeffizienten, hohe Hitzebeständigkeit, hohe mechanische Festigkeit und gute Oxidationsbeständigkeit aus.

 

* Kohlenstofffaser: Spezialfaser mit einem Kohlenstoffgehalt von über 92 %, die aus Asphalt durch Raffination, Spinnen, Voroxidation, Karbonisierung oder Graphitisierung gewonnen wird.

 

* Ölfilz, Aktivkohle, Ruß und andere Anwendungen.


Veröffentlichungsdatum: 30. November 2022